- Das 'Human Genome Project'
- Das Human Genome Project (HGP) wurde 1988 beschlossen und 1990 in den USA gegründet.
- Es ist ein internationales Konsortium, das die Entschlüsselung des gesamten menschlichen Erbguts zum Ziel hat.
- Auch in anderen Ländern, z.B. Großbritannien, Deutschland und Japan wurden Genomprojekte gestartet, die mit den amerikanischen Bemühungen im Rahmen der Human Genome Organsiation (Hugo) koordiniert werden.
- Als Zeitpunkt für die endgültige Genentschlüsselung ist zur Zeit das Jahr 2003 im Gespräch.
- Man geht aus von ca 3 Milliarden Bausteinen, die ca 80 000- 100 000 Gene verschlüsseln: im Zellkern befindet sich DNS in Form von Chromosomen, langen fadenförmigen Molekülen.
- Jede menschliche Körperzelle enthält 23 Chromosomenpaare. Die DNS eines jeden Chromosoms trägt mehrere Tausend Gene. Gene sind kurze DNS-Abschnitte, die die Anweisung zur Herstellung von Aminosäuren enthalten. Aminosäuren sind die Grundbausteine des organischen Lebens. Eins der Ziele des HGP ist es, die jeweilige Funktion der einzelnen Gene zu entschlüsseln. Es werden physikalische Karten von jedem Chromosoms angelegt, auf denen die räumliche Lage von DNS-Sequenzen zu finden ist. Bei der Sequenzierung helfen Computerprogramme.
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- Inzwischen ist eine Art Wettlauf des HGP in Gang gekommen mit dem US-Unternehmen Celera Genomics und der Firma DoubleTwist, diese teilten im April 2000 mit, bereits 99 Prozent der chemischen Buchstaben eines Menschen entschlüsselt zu haben, was die Börsenkurs der Biotechnologieunternehmen stabilisierte. Die waren vorher ins Rutschen gekommen durch Streitigkeiten um das Thema Patentrechte an menschlichen Genen. Es werden Kooperationsverhandlungen zwischen dem HGP und Celera geführt. Patente auf Gene sollen nur dann bewilligt werden, wenn ihre Funktion detailliert beschrieben wurde, nicht aber, wenn es sich nur um zufällige oder unbekannte Sequenzen handelt. Das betrifft die USA, in der EU gibt es bereits Richtlinien, und ein Referentenentwurf des deutschen Bundesjustizministeriums zur Umsetzung der EU-Richtlinie über den rechtlichen Schutz biotechnologischer Erfindungen beschäftigte sich auch schon mit dem menschlichen Genom. Das Patent müsse eine Erfindung sein, ein technisches Verfahren enthalten und einen Verwendungszweck beinhalten. Patente nur auf eine Gensequenz "würden die Wissenschaft, aber auch die industrielle Forschung behindern oder mindestens erschweren."
- Bisher sind die Forschungsergebnisse des HGP öffentlich zugänglich, abrufbar aus einer Datenbank die täglich aktualisiert wird: man kann dort bereits die Positionen von über 30.000 menschlichen Genen abfragen.
- http://www.ncbi.nlm.nih.gov/cgi-bin/Entrez/hum_srch
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- Umstritten ist, was überhaupt eine vollständige Entschlüsselung des menschlichen Genoms ist. Ist es die Feststellung der genauen Abfolge der Basen in der DNS, einschliesslich der Lokalisierung sämtlicher Gene und der Feststellung ihrer Funktion? Aber es gibt auch grosse vermutlich funktionslose Abschnitte - im Unterschied zu Bakterien haben Tiere und Menschen große Bereiche der DNS, die sich wahrscheinlich deshalb nicht entschlüsseln lassen, weil sie nur sich wiederholende Abschnitte ohne Funktion enthalten. Anfangs ging man von ca 100 000 Genen beim Menschen aus, inzwischen wird manchmal auch die Zahl 80 000 genannt. Nur 3 Prozent der insgesamt 3 Milliarden Basenpaare codieren Gene.
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