- Transgene Pflanzen
- Seit 1973 ist man in der Lage, DNA zu isolieren, zu zerschneiden, wieder zusammenzufügen und in andere Organismen einzufügen. Bei Pflanzen hat es etwas länger gedauert, bis den Wissenschaftlern dies gelang, wegen der stabilen Zellwand von Pflanzenzellen, die man durchdringen muß, wenn man DNA einsetzen will. Es wurden verschiedene Methoden entwickelt:
- Ein Bodenbakterium überträgt auch in der Natur manchmal Gene in Pflanzenzellen, diesen Weg machte man sich zunutze.
- Eine weitere Möglichkeit ist, DNS mit einer "Genkanone" in die Pflanzenzelle zu schiessen, oder die Zellwand in einer Lösung zu entfernen, aus der dann die DNS aufgenommen wird.
- Da sich Pflanzen aus Stecklingen vermehren können, reicht eine einzelne Pflanzenzelle aus, um wieder eine ganze Pflanze entstehen zu lassen.
- Und wozu das alles?
- Die transgenen Pflanzen, die zur Zeit auf dem Markt sind, sind für den Konsumenten kaum von unveränderten zu unterscheiden, sie sind resistent gegen Unkrautvernichtungsmittel , Insektenfraß oder Krankheitserreger. Dadurch soll der Anbau wirtschaftlicher werden. Dazu gehören Baumwolle, Mais, Kartoffeln, Raps, Sojabohne (gentechnisch verändert durch Insektenschutz- und Herbizidschutzgene). Nur die "Gen-Tomate" ist äusserlich erkennbar durch das bekannte "Anti-Matsch-Gen".
- Diese Tomate bekam 1996 viel Aufmerksamkeit als erstes gentechnisch manipuliertes, pflanzliches Lebensmittel, das in England und in den USA auf den Markt gebracht wurde. Seitdem wurde das Thema gentechnisch veränderte Lebensmittel oft aufgegriffen, die Bezeichnungen "Genfraß" oder "Designer-Food" stehen für die verschiedenen Standpunkte. Die meisten Lebensmittel sind aber bisher im Aussehen kaum verändert, wohl aber in der Zusammensetzung ihrer Gene. Nachdem bei einer Umfrage im Jahre 1998 der Eindruck entstand, dass ein grösserer Teil der Bevölkerung davon überzeugt ist, dass normale Tomaten keine Gene haben, machte sich der Wissenschaftler Dr. Volker Knoop den Spass, auszurechnen wieviele unterschiedliche Gene ein normaler gemischter Salat enthält: bei 10 Pflanzenarten mit je ca 25000 Genen also ungefähr eine viertel Million, dazu eventuell eine weitere viertel Million durch eine Würzmischung mit ebenfalls 10 Pflanzenarten. Nachzulesen unter:
- http://www.biologie.uni-ulm.de/bio2/knoop/plantgene/plantgen.html
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- Die Ausbreitung von Resistenzen, insbesondere nach Übertragung des Pollens der transgenen Pflanzen auf verwandte Wildpflanzen wird als Gefahr gesehen. Es sind tatsächlich schon viele herbizid-resistente Grasarten aufgetaucht, das kann aber auch durch die langjährige Verwendung der Unkrautvernichtungsmittel verursacht werden, die eine Anpassung der Wildunkräuter und dadurch entstehende Resistenz bewirkt.
- Kritiker befürchten einen schleichenden und deshalb nicht wahrgenommenen Kontrollverlust bei der Einfügung von transgenen Pflanzen in das alltägliche Leben und in konventionelle landwirtschaftliche Produktions- und Verarbeitungsverfahren.
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